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Wikinger-Schmuck: Silber, Fibeln und die Bedeutung von Symbolen

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Silberne Wikinger-Fibeln, Armreifen und Anhänger auf dunklem Tuch

· Symbole & Kultur · 7 Min. Lesezeit

Wikinger-Schmuck – Silber, Fibeln und die Bedeutung von Symbolen

Wikinger waren keine Barbaren ohne Sinn fuer Aesthetik. Im Gegenteil: Schmuck war in der Wikingerzeit ein Ausdruck von Macht, Glauben und sozialem Status – sorgfaeltig hergestellt, reich verziert, bedeutungsschwer. Silber war das bevorzugte Material, und die Muster auf Fibeln, Armringen und Halsreifen gehen weit ueber Dekoration hinaus.

Fibeln: Schmuck und Funktion in einem

Die Fibel war das allgegenwärtige Schmuckstueck der Wikingerzeit. Sie hielt den Mantel zusammen, verschloss das Frauengewand – und war dabei so aufwendig verziert, dass sie gleichzeitig Statusanzeiger war.

Der typische Frauen-Trachtfibel-Typ der Wikingerzeit ist die Ovale Schalenfiebel (Tortoise brooch): zwei gewoelbte Bronze- oder Silberschalen, gegossen aus Modeln und oft mit Tiermotiven oder geometrischen Mustern verziert. Sie wurden paarig an der Schulter getragen. Zwischen den Fibeln hing oft ein Kettchen mit weiteren Anhaengern – Schluesseln (Symbol der Hausherrin), Amuletten, kleinen Werkzeugen.

Silber als Waehrung und Schmuck

In der Wikingerzeit gab es kein festes Muenzsystem – Silber war Silber, abgewogen nach Gewicht. Deshalb wurde Schmuck oft als Waehrungsreserve genutzt: Hacksilber – abgehackte Stuecke von Armringen, Fibeln oder Silberbarren – ist der haeufigste Schatzfund der Wikingerzeit. Man hackte einfach ab, was man gerade brauchte.

Das bedeutet auch: Schmuck, der in der Erde gefunden wurde, war oft kein Grab, sondern ein Notgeldversteck. Jemand legte sein Silber im Boden, kam nie zurueck, und Archaeologen fanden es Jahrhunderte spaeter.

Tierstil und Flechtmuster

Das charakteristischste Designmerkmal wikingischen Schmucks ist der Tierstil – lebendige, verdrehte Tierfiguren, die ineinanderfliessen. Die Stile entwickelten sich von Borre ueber Mammen bis Urnes. Das Urnes-Motiv (11. Jahrhundert) ist auf der UNESCO-Liste immaterieller Kulturgutes.

Mjolnir-Anhaenger

Der haeufigste einzelne Schmueckfund ist der Mjolnir-Anhaenger in verschiedenen Ausfuehrungen – von schlichten Eisenstuecken bis zu kunstvoll gravierten Silbertuecken. Mehr darueber erklaert unser Artikel ueber Thor und Mjolnir.

Schmuckfunde entlang der Saar

Wikingerzeitliche oder nordisch beeinflusste Schmuckobjekte wurden entlang der grossen Handelsrouten des fraenkischen Reichs gefunden – und dazu gehoerte auch das Saar-Mosel-Gebiet. Fraenkische Haendler kauften und verkauften nordischen Schmuck. Skandinavische Reisende trugen ihre Fibeln mit sich.

Einige archaeologische Funde aus dem fruehhmittelalterlichen Saarland zeigen Schmuckelemente, die nordischen Vorbildern nahestehen – Motivuebernahmen, aehnliche Tierstile, verwandte Fibeltechniken. Das Wikinger Museum Saarbruecken zeigt Originale und Repliken wikingischen Schmucks und erklaert die Symbolsprache hinter den Mustern.

Die Verbindung zum Schwert – ebenso aufwendig verziert – beschreibt unser Artikel ueber Wikinger-Schwerter.

Wikinger-Schmuck ist Kunst, Waehrung und Bekenntnis zugleich. Erlebe die Originale in unserer Ausstellung und plane deinen Besuch im Wikinger Museum Saarbruecken.