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Brettspiele der Wikinger: Hnefatafl und andere Spiele
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Brettspiele der Wikinger – Hnefatafl und andere Spiele
Zwischen Schlachten, Handelsreisen und Schiffbau gab es in der Wikingerzeit etwas Ueberaschendes: Freizeit. Und in dieser Freizeit spielten Wikinger – auf dem Langhaus-Boden, auf Schiffen, in Hafen. Das beliebteste Spiel: Hnefatafl – ein Strategiespiel, das auf vielen Grabungsstaatten von Skandinavien bis Irland gefunden wurde und zeigt, dass Wikinger nicht nur koerperliche Staerke, sondern auch strategisches Denken schaaetzten.
Was ist Hnefatafl?
Hnefatafl (ausgesprochen: Knefa-Tafl, Altnordisch fuer Faust-Brett) ist ein asymmetrisches Strategiespiel: Eine Seite spielt den Koenig und sein Gefolge, die andere eine ueberlegene Angreifertruppe. Der Angreifer will den Koenig gefangenhnehmen, der Verteidiger will den Koenig in eine Ecke bringen.
Das Spielbrett war ein Raster – in verschiedenen Groessen von 7x7 bis 19x19 Feldern. Spielsteine aus Knochen, Geweih, Glas oder Bernstein. Die genauen Regeln variierten regional und sind aus den archaeologischen Funden nicht vollstaendig rekonstruierbar – verschiedene Forschungsgruppen haben unterschiedliche Versionen entwickelt.
Andere Spiele der Wikinger
Neben Hnefatafl gibt es archaeologische Belege fuer:
Merels (Muehle) – das bekannte Muehlen-Spiel ist mittelalterlich weit verbreitet, auch in wikingischen Kontext gefunden. Wuerfelspiele – Wuerfel aus Knochen sind sehr haeufig. Gluecksspiel war offenbar weit verbreitet, in Sagas oft erwaehnt und manchmal als Quelle von Streit beschrieben. Schach – ab dem 10. Jahrhundert in Wikinger-Kontext nachweisbar (die beruhmten Lewis-Schachfiguren stammen aus dem 12. Jahrhundert). Schach kam ueber arabische Handelswege nach Europa.
Lewis Chessmen
Die Lewis Schachfiguren – 1831 auf den Aeusseren Hebriden gefunden – sind die beruhmtesten mittelalterlichen Schachfiguren der Welt. Aus Walrosszahn geschnitzt, zeigen sie Ritter, Turm und Koenig in nordischen Trachten. Sie datieren auf das 12. Jahrhundert und sind wikingisch-normannisch.
Spiele in der Edda
In der Voluspa spielen die Goetter eingangs friedlich Brettspiele – ein goldenes Zeitalter, bevor alles schiefgeht. Das zeigt: Brettspiel war fuer Wikinger nicht triviales Zeitvertreib, sondern Symbol fuer Ordnung und Zivilisation.
Hnefatafl und Muehlespiel entlang der Saar
Das Muehlespiel – eng verwandt mit Merels – ist eines der aeltesten Brettspiele der Welt. Muehlebretter wurden in roemischen Ruhestuetten, in fraenkischen Kloestern und in wikingischen Langhaeusern gefunden. Das Spiel kannte keine kulturellen Grenzen.
Entlang der Saar und Mosel, auf den Handelsrouten zwischen fraenkischem Reich und skandinavischen Haendlern, wurden Brettspiele gespielt und getauscht. Wuerfelfunde aus dem saarlaendischen Fruehhhittelalter zeigen, dass die hiesige Bevoelkerung dieselben Spielformen kannte wie die Nordmaenner. Das Wikinger Museum Saarbruecken hat Repliken von Hnefatafl-Brettern, die Besucher selbst ausprobieren koennen – eine interaktive Verbindung zur wikingischen Spielwelt.
Spielen wie ein Wikinger – Hnefatafl und andere Spiele kannst du im Wikinger Museum Saarbruecken selbst ausprobieren. Plane deinen Besuch und fordere deinen Gegner heraus.