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The Last Kingdom: Wie historisch ist die Serie?

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Angelsächsische Burg vs. Wikinger-Belagerung – The Last Kingdom Faktencheck

· Games & Geschichte · 8 Min. Lesezeit

The Last Kingdom – Wie historisch ist die Serie?

The Last Kingdom (BBC/Netflix, ab 2015) basiert auf den Romanen von Bernard Cornwell ueber den saechsischen Krieger Uhtred von Bebbanburg. Die Serie spielt im England des 9./10. Jahrhunderts, waehrend des Grossen Heidnischen Heeres und der Herrschaft Alfreds des Grossen. Ihre historische Treue ist im Vergleich zu Vikings hoeher – aber auch hier gilt: Fiktion bleibt Fiktion. Das Wikinger Museum Saarbrueckennimmt die Serie auseinander.

Die Hauptfigur: Uhtred ist fiktiv – der Rahmen ist echt

Uhtred von Bebbanburg existierte nicht. Er ist eine Romanfigur. Aber das Bebbanburg (Bamburgh Castle) existiert wirklich, die Herrscherfamilien des Nordens existierten, und die politische Lage – ein saechsisches England unter Druck des Grossen Heidnischen Heeres – ist historisch akkurat.

Alfred der Grosse – Uhtreds Koenig, sein Freund und Widersacher – ist dagegen sehr gut belegt. Er ist der einzige englische Koenig, der je den Titel Grosser erhielt. Sein Kampf gegen die Wikinger, seine Bildungspolitik, die Entwicklung der angelsaechsischen Chronik – all das stimmt.

Was die Serie besonders gut macht

Im Vergleich zu Vikings ist The Last Kingdom historisch solider in einigen Aspekten: Die Wikinger werden nicht als monolithische Masse dargestellt. Sie sind Individuen mit politischen Agenden, Stammesspannungen und wirtschaftlichen Interessen. Ivar der Knochenlose tritt auf – und seine Darstellung als kaltblutiger Stratege stimmt besser mit den Quellen ueberein als die TV-Romanisierung bei Vikings.

Historisch richtig

Alfreds Reformen, die Gruendung der Burhs (befestigte Staedte als Verteidigungssystem), die politischen Spannungen zwischen saechsischen Koenigen und die mehrfachen daenischen Invasionen – alles belegt.

Historisch vereinfacht

Die Wikinger der Serie sind daenisch-homogen. Tatsaechlich waren das Grosse Heer und seine Nachfolger ethnisch gemischt – Daenen, Norweger, Iren, sogar Slawen. Und die saechsisch-wikingischen Bndnisse und Heiraten waren viel komplexer als dargestellt.

Was beide Serien nicht zeigen – der Saarland-Blick

Beide Serien spielen in England. Keine von ihnen zeigt, dass derselbe Wikinger-Expansionsdruck gleichzeitig das fraenkische Reich betraf – Rhein, Mosel, Saar. Der kontinentale Aspekt fehlt vollstaendig.

Das Wikinger Museum Saarbruecken gibt diese fehlende Dimension. Wer nach dem Serien-Schauen mehr versteht, wie Wikinger in das fraenkische Reich – und damit in die Vorgeschichte des Saarlandes – eingriffen, sollte einen Besuch einplanen. Die echte Geschichte ist komplexer, groessflaeechiger und faszinierender als jede Serie.

Der Vergleich mit der Vikings-Serie zeigt: Beide Produktionen haben ihre Staerken und Schwaechen. Gemeinsam geben sie ein lebendiges, wenn auch ungenaues Bild einer Epoche, die in unserem Museum genau beschrieben wird.

Serien machen neugierig – das Museum macht klug. Plane deinen Besuch im Wikinger Museum Saarbruecken und erlebe The Last Kingdom und Vikings in ihrer historischen Dimension. Zur Ausstellung.