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Das Gokstad-Schiff: Bekanntester Wikinger-Fund der Welt

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Seitenansicht des Gokstad-Schiffs im Vikingskipshuset Oslo

· Geschichte & Forschung · 7 Min. Lesezeit

Das Gokstad-Schiff – Der bekannteste archaeologische Fund der Wikingerzeit

Im Jahr gruben zwei Jungen aus Sandefjord in Norwegen im Hang eines Huegels – und fanden das Unterdeck eines tausend Jahre alten Wikingerschiffs. Was folgte, war eine der wichtigsten archaeologischen Entdeckungen Skandinaviens: das Gokstad-Schiff, heute im Vikingskipshuset in Oslo. Es ist nicht nur ein Schiff. Es ist eine Zeitkapsel.

Der Fund: Ein Koenig und sein Schiff

Das Gokstad-Schiff war ein Grabschiff. Im Innenraum lag ein Mann, moeglicherweise ein lokaler Kleinkoenig, beigesetzt mit Schilden, Schlittens, drei kleinen Booten, Bettzeug, Kochgeschirr – und dreizehn Pferden sowie sechs Hunden. Ein vierzig bis siebzig Jahre alter Mann, der laut modernen Analysen an Kampfverletzungen gestorben sein koennte.

Das Schiff selbst war datiert auf etwa – gebaut aus norwegischer Eiche, in meisterhafter Klinkerbauweise, mit 16 Ruderpaaren und einem breiten Mastfuss. Es war kein Museum-Stueck, sondern ein echtes Seefahrtschiff: seeerprobt, gewartet, voll funktionsfaehig.

Der Atlantik-Beweis: 1893

Die beste Probe auf das Gokstad-Schiff war kein Labortest, sondern eine Ozeanueberquerung. Zum Norse-American Centenennial liessen norwegische Seeleute eine exakte Kopie des Schiffs bauen – Viking – und ueberquerten damit den Atlantik von Bergen nach Chicago.

Die Ueberfahrt dauerte 28 Tage. Das Replikationssschiff erreichte Geschwindigkeiten von 11 Knoten, flexibel im Wellengang, stabil auch bei schwerer See. Die Klinkerplanken bogen sich, statt zu brechen. Der Beweis war erbracht: Mit einem solchen Schiff konnte man tatsaechlich den Atlantik ueberqueren – genau wie Leif Eriksson es um 1000 getan hatte.

Technische Daten

Laenge: 23,3 Meter. Breite: 5,2 Meter. Tiefgang: 0,9 Meter. Gewicht (leer): ca. 9 Tonnen. 32 Ruder, 64 Schilde (in Halterungen entlang der Aussenwand). Mast: ca. 13 Meter hoch.

Was ueberdauerte?

Neben dem Schiffsrumpf wurden 64 Schilde gefunden (rot und schwarz alternierend), drei kleinere Boote, Schlittens, Zeltstangen und Textilreste. Der organische Erhalt war aussergewoehnlich gut dank des blauen Tones, der das Schiff konservierte.

Was der Fund ueber Wikinger im Saarland sagt

Das Gokstad-Schiff repraesentiert genau die Schiffsgeneration, die in Europa fuer Schrecken – und Handel – sorgte. Dieselbe Bauweise, die das Schiff seeetuechtug machte, eignet sich auch fuer Flussfahrten: geringer Tiefgang, klinkerbeplankter Rumpf, leichtes Gewicht.

Schiffe dieser Art waren es, die moeglicherweise auf der Saar gesichtet wurden. Die saarlaendische Region war als Teil des karolingischen Reichs nicht immun gegen nordischen Einfluss – eher im Gegenteil. Die Schiffsbestattung, der Typ des Gokstad-Grabs, ist ein Ritual, das zeigt, wie hoch Wikinger ihr Schiff schaetzten: nicht nur als Werkzeug, sondern als Wesen, dem sie sich auch im Tod anvertrauten.

Im Wikinger Museum Saarbruecken findest du Modelle und Erklaerungen, die das Gokstad-Schiff und seine Verwandten lebendig machen – als greifbaren Beweis fuer das Genie der wikingischen Schiffsbauer.

Das Gokstad-Schiff ist einer der eindrucksvollsten Beweise: Die Wikinger waren keine primitiven Raeuber, sondern Ingenieure. Erlebe ihre Technik in unserer Ausstellung und plane deinen Besuch im Wikinger Museum Saarbruecken.